Wenn einem der Trubel in Honolulu und Waikiki mal zu viel wird – kein Problem. Die Hawaii-Inseln sind so unterschiedlich und vielfältig, dass für jeden Geschmack das Passende dabei ist. Und wer mal Ruhe und Muße in Reinkultur braucht: Auf nach Lanai, der kleinsten bewohnten Insel des Archipels. Von atemberaubenden Aussichten auf dem von Kiefern gesäumten Munro-Wanderweg bis zur Beobachtung der akrobatischen Spinnerdelfine in der Hulopoe Bay zeigt sich Lanai als ein Ort von besonderer Schönheit.
Lediglich 15 Kilometer von
Maui entfernt, ist Lanai das perfekte Ziel für einen Tagesausflug. Eine regelmäßige Fährverbindung zwischen
Lahaina auf
Maui und
Manele Harbour an der Südküste Lanais sorgt für eine schnelle und reizvolle Anreise. Die Überfahrt dauert rund eine Stunde – da kann man schon mal die Seele schaukeln lassen. Natürlich ist die Anreise auch per Flugzeug möglich: Von
Honolulu und vom
Kahului-Flughafen auf
Maui gibt es zahlreiche Flüge nach
Lanai Airport und zurück.
Ist man dann angekommen, hat man genug Zeit, die „Entdeckung der Langsamkeit“ zu pflegen: Die Insel empfängt einen mit absoluter Ruhe. Kein Rummel, keine Hektik, keine Betriebsamkeit – das kleine, romantische Eiland garantiert pure Entspannung, für einen Tag oder auch für länger. Das südsee-typische „Laissez-faire-Gefühl“ ist hier überall präsent und hat Lanai die Bezeichnung „Verlockendste Insel Hawaiis“ eingebracht. Die Ruhe und Entspanntheit heißen aber nicht, dass die Insel langweilig ist oder nichts zu bieten hat – im Gegenteil! Zwei hochkarätige Golfplätze machen Lanai zu einem absoluten Muss für Golfer.
Verkehr? Rush hour? Vergessen Sie es! Auf Lanai gibt es keine einzige Ampel – und genau so mögen es die rund 3.000 Einwohner. Tatsächlich sind auf Lanai nur ca. 50 Kilometer Straßen befestigt. Ansonsten herrschen Schotterstraßen vor, die man mit einem gemieteten Geländewagen erkunden kann. Die zeitlose Landschaft ist zum größten Teil unberührt und bietet so einen Einblick in das Lanai von einst.
Lanai war ein unabhängiges Land, bis König Kamehameha I. im Jahr 1810 die Inseln Hawaiis zu einem Königreich vereinte. Die im Süden gelegene Ruinen der Sommerresidenz, die der König gerne zum Angeln aufsuchte, kann man noch immer besichtigen.
Nachdem der Kontakt zum Festland und den USA hergestellt war, wurde Lanai zu einem bedeutenden Zentrum der Rinderzucht. Als Manager der großen Rinderfarm hinterließ George Munro bis heute sichtbare Spuren in der Landschaft, indem er die erste der heute so zahlreichen Cook-Kiefern auf der Insel pflanzte. Später wurde Lanai unter der Führung von James Dole das wichtigste Anbaugebiet für Ananas überhaupt. Doles Vermächtnis lebt heute noch fort. So gibt es noch immer das Hotel, das Dole für die Manager und VIPs, die die Insel besuchten, errichten ließ. Dieses historische Gasthaus befindet sich direkt über dem Dole Park in Lanai City.
Es lohnt sich, den Inselbesuch mit einem Abstecher nach Hulopoe Bay an der Südküste Lanais zu beginnen. Hulopoe Beach bietet fantastische Möglichkeiten zum Schnorcheln und Sonnenbaden, und mit ein wenig Glück kann man von hier aus Delfine bei ihren „Kunststücken“ beobachten. Eine kurze Wanderung führt vom Strand zu einem Wahrzeichen Lanais, dem Puu Pehe (Sweetheart Rock).
Nach dem Besuch von Lanai City sollte man zum indest einen Teil des Munro-Wanderweges (benannt nach besagtem Rinderbaron) zu Fuß zurücklegen. Dieser geschlungene Weg führt durch den Regenwald bis hoch zur Spitze des 1027 Meter hohen Lanaihale, Lanais einzigem Berg. Diejenigen die die knapp 13 Kilometer schaffen, werden mit einem wunderschönen Blick auf die gesamte Insel und das Meer belohnt.
Der „Garten der Götter“, der im Nordwesten des riesigen Kanepuu-Naturschutzgebiets liegt, hat eine bizarre Fels- und Bergandschaft, der das Gelände seinen Namen verdankt. Faszinierende Bergformationen, die in allen erdenklichen Rottönen schillern, wirken wie von Geisterhand hier aufgestellt. Legenden erzählen von einem Wettstreits zwischen altehrwürdigen Priestern in grauer Vorzeit, bei dem die Erde von Keahiakawelo verbrannte, was die Ursache für den feuerroten Steingarten gewesen sein soll.
Und wer tauchen möchte, dem seien die „Kathedralen“ empfohlen: Dieser Tauchort vor der Südküste Lanais bietet eine einmalige Unterwasserlandschaft. Der Name erklärt sich aus den unter Wasser liegenden Kammern und Höhlen, in denen Hunderte von verschiedenen Fischarten und andere Meeresbewohner, wie zum Beispiel Oktopuses, blau-gestreifte Schnapperfische und Korallenfische, heimisch sind. Ein erfahrener Taucher kann hier Stunden damit verbringen, die vielen Ecken und Winkel zu erforschen. Vom Niveau her eher einfach sind die „Kathedralen“ aber auch für Tauchanfänger geeignet.